Schmalspurbahn Steinhelle – Medebach

Die Schmalspurbahn Steinhelle – Medebach


Ausfahrt aus dem Bahnhof Steinhelle überquert die Bahn die Ruhr

Bahnkenner zählten sie zu den landschaftlich schönsten Bahnen in Westfalen, die 36 Kilometer lange Schmalpurbahn Steinhelle – Medebach nahe dem Kahlen Asten im Hochsauerland. Auf einer Spurweite von 750 mm verkehrte sie von 1903 ab zwischen Olsberg-Steinhelle durch Winterberger Stadtgebiet bis zum Bahnhof Medebach. Leider nur 50 Jahre lang, denn durch den wachsenden Bus- und Autoverkehr gab es einen ständigen Rückgang der Fahrgäste. Am 23. Juni kam das endgültige „Aus“ für die Kleinbahn. Das gesamte Oberbaumaterial und alle Fahrzeuge wurden an die DEUMU Salzgitter verkauft.

Zwischen Grönebach- Hildfeld und Wissinghausen bot die Schmalspurbahn den Eisenbahnfreunden ein faszinierendes Schauspiel. Hier führte die Trasse in einer hufeisenförmigen Kurve auf die Küstelberger Hochfläche zum Bahnhof Küstelberg, um dann in einer doppelten Spitzkehre die Talfahrt nach Wissinghausen zu beginnen. Die ungünstige Topographie des Sauerlandes ließ hier eine andere Möglichkeit nicht zu und bescherte der Bahn eine absolute Besonderheit.

Für den Tourismus spielte die Bahn keine Rolle, sie verhinderte aber, dass weitere Bewohner aus dieser armen und wenig erschlossenen Region abwanderten. Sie brachte Kohlen und Düngemittel in die Region und transportierte im wesentlichen Erzeugnisse der Bauern, z.B. Holz ab.

Im März 2021 kam von der Zillertalbahn (Österreich) der vierachsige offene Hochbordwagen Ol 204, ex R 294 der Kleinbahn Steinhelle-Medebach zur Märkischen Museums-Eisenbahn nach Hüinghausen. So konnte der Verein auch von dieser Schmalspurbahn eines der wenigen Fahrzeuge dieser Kleinbahn erwerben.

Eine der beiden Spitzkehren mit Wasserkran


(beide Bilder mit freundlicher Genehmigung des Bildarchivs der Eisenbahnstiftung)