Der Museumszug in 2021

Die Lokomotive

Dampflokomotive SPREEWALD

Pillkaller Kleinbahnen / Schloßberger Kleinbahnen, Spreewaldbahn AG / Deutsche Reichsbahn / DEV

Dampflok SPREEWALD im Bhf Seissenschmidt

1917 wurde die Maschine mit der Fabriknummer 2519 von der Lokomotivfabrik Arnold Jung GmbH, Jungenthal bei Kirchen (Sieg) an die in Ostpreussen gelegene Pillkaller Kleinbahn mit der Betriebsnummer 23 geliefert worden.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges befand sich die Dampflok bei der Spreewaldbahn, wo sie die Nummer 09-27 erhielt. Nach der Verstaatlichung der Spreewaldbahn kam sie zur Deutschen Reichsbahn.
Nach Stilllegung der Strecke 1970 kam die Lok, hauptuntersucht durch das Betriebswerk Wernigerode, zur Museumseisenbahn (DEV), wo sie seit 1971 unter dem Namen SPREEWALD den Museumsbetrieb unterstützt. Der DEV hat die Lok für 2021 an die MÄRKISCHE MUSEUMS-EISENBAHN ausgeliehen.

Bei technischen Problemen mit der Dampflok, besonderen Aktionen oder aus anderen Gründen kann es vorkommen, das unsere Diesellok „Nahmer“ den Zug ziehen wird.

Die Wagen

Personenwagen C4i Nr. 19
KC4i Mst 19 der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, Schiffsdienst und Inselbahn Wangerooge

1936 wurde dieser Wagen von der Vereinigten Westdeutschen Waggonfabriken AG (Werk Gastell Mainz), zusammen mit zwei bauartgleichen Fahrzeugen, an die damals zur Direktion Münster (Mst) gehörende Inselbahn Wangerooge geliefert. Die Wagen entsprachen konstruktiv bis auf die Drehgestelle den damals gebauten regelspurigen Reisezugwagen in selbstragender Ganzstahlbauweise (heute bekannt als „Donnerbüchsen“). In den 1960er Jahren wurde der Innenraum nach dem Muster der Umbauwagen modernisiert. Ende 1981 wurde der Wagen ausgemustert. Eine Elternpflegschaft in Carolinensiel erwarb das Fahrzeug, um es als Spielobjekt aufzustellen. Aufgrund schlechter Erfahrungen der Schule mit Vandalismusschäden konnten wir den Waggon am 23.12.1983 in Carolinensiel abholen. 1992/93 wurde der Wagen im Rahmen einer AB-Maßnahme bei der Bahnwerkstatt Klostermannsfeld (heute MaLoWa GmbH) einer grundlegenden Restaurierung unterzogen und weitgehend in den Auslieferungszustand des Jahres 1936 zurückversetzt.

Personenwagen C2 Nr. 26
Nr. Re 26 der Deutschen Reichsbahn-Ges., Walhallabahn Regensburg – Wörth/Donau

1909 und 1911/12 beschaffte die Localbahn-Actiengesellschaft (LAG) in München in zwei Serien insgesamt sieben kleine zweiachsige Personenwagen für ihre meterspurige Nebenbahn Regensburg – Donaustauf – Wörth/Donau, bekannt als Walhallabahn. Nach der Verstaatlichung der LAG im Jahr 1938 kam die Bahn zum Direktionsbezirk Regensburg der DRG. Wir konnten 1990 zwei völlig desolate Wagenkästen übernehmen. Ein Mitglied führte die Aufarbeitung des Wagens Re 26 nahezu alleine durch. Die Restaurierungsarbeiten entsprachen fast einem kompletten Neubau. 2003 konnte der Wagen nach einer ersten Präsentation auf der Touristik Messe Essen in Betrieb gehen.

Personenwagen B4i Nr. 124
Nr. Kar 124 der Deutschen Bundesbahn, Nebenbahn Mosbach-Mudau

1964/65 beschaffte die Deutsche Bundesbahn im Zuge ihrer Modernisierungsbemühungen eine komplette Reisezugwagengarnitur für die meterspurige Nebenbahn Mosbach – Mudau. Sie wurden im Ausbesserungswerk Neubingen unter Verwendung vieler Einzelteile aus dem Umbauprogramm für die Modernisierung regelspuriger Reisezugwagen gebaut. Nach der Einstellung der Mosbach-Mudauer-Bahn kam die komplette Zuggarnitur zur Inselbahn Wangerooge. 1993 wurden die Fahrzeuge durch neue des AW Wittenberge ersetzt. Wir konnten den Wagen 1993 direkt von der Inselbahn Wangerooge erwerben.

Personenwagen C4 Nr. 21
Nr.21 der Lokalbahn-AG München / Deutsche Reichsbahn Gesellschaft / Deutsche Bundesbahn / Lokalbahn Gmunden-Vorchdorf (A) / Straßenbahnmuseum Stuttgart / DEV

1937 beschaffte die Localbahn AG München für die elektrische Localbahn Ravensburg-Weingarten-Baienfurt zwei Beiwagen von der Maschinenfabrik Esslingen. Nach der Verstaatlichung 1938 kamen die Wagen zur Deutschen Reichsbahn. Die Bundesbahn verkaufte 1962 den Personenwagen an das Unternehmen Stern & Hafferl in Österreich. 1980 wurde er an das Stuttgarter Straßenbahnmuseum abgegeben. Von dort wurde er 1986 an den DEV verkauft. Hier wurde er umfangreich restauriert und der DEV Norm angepasst. Ab Dezember 1990 wurde er dann in den Museumsbahnbetrieb eingesetzt. Zurzeit ist an die M.M.E. ausgeliehen, um in Hüinghausen das Platzangebot zu vergrößern.

Personenwagen C4i Nr. 15
Nr. 2207 der Rhätische Bahn (Schweiz) / Nr. 15 des DEV / Stiftung Kleinbaan

1911 lieferte die Schweizerische Industriegesellschaft, Neuhausen diesen Wagen als Nr. 2207 an die Räthische Bahn im Kanton Graubünden. Dort war er über 60 Jahre lang eingesetzt. Bevor er verschrottet werden sollte, bot sich dem DEV die Gelegenheit, diesen Wagen zu kaufen und 1978 als Buffetwagen in seinen Dienst zu stellen. 2019 kam er als Leihgabe zur Märkischen Museums-Eisenbahn nach Hüinghausen.